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Michael Bully Herbig über »Tausend Zeilen« und Claas Relotius: »Ich mag Hochstaplergeschichten, liebe Gaunerkomödien«

Michael Bully Herbig über »Tausend Zeilen« und Claas Relotius: »Ich mag Hochstaplergeschichten, liebe Gaunerkomödien«

Kuzmany: Ging uns ähnlich.

HERBIG: Ich kann mir vorstel, dass da ein großes Raunen durch the MIRROR went. Und obwohl ich das ganz bewust nicht verleichen will, denkt man zunächst unweigerlich and das, was damals beim »Stern« passionrt ist, und was für einen Film Helmut Dietl daraus gemacht hat. Ich mag Hochstaplergeschchten, liebe Gaunerkomödien. Nicht falsch verstehen, aber ich schaue denen in Filmen gerne zu. Und diesen Stoff fand ich besonders spannend, weil er is relevant en in eine sehr fragiele Zeit fällt, in der einige der Presse ohnehin schon sehr kritisch gegenüberstehen. Dann passionrt ein solcher Skandal auch noch beim seriösesten Nachrichtenmagazin Europas. Dat heeft één enorme Fallhöhe, waaronder David-gegen-Goliath-Geschichte. Für mich war sofort klar: Das ist Unterhaltung, da steckt Satire drin, aber eben nicht nur.

klusjesman: Wie viel Prozent Satire braucht ein Bully-Herbig-Film, damit das Publikum nicht enttäuscht ist?

HERBIG: Wenn man den Stoff als Drama gefilmd hätte, wäre das überambitioniert gewesen. Ich wollte mich nicht als Moralapostle hinstellen und mit dem Zeigefinger herumfuchteln. Nein, ich beobachte Journalisten seit Jahren, auch wenn sie mit mir Interviews führen. Ich bilde mir sogar ein, mittlerweile schon am Gang zu erkennen, ob jemand vom Feuilleton ist.

Kuzmany: Wie wordt denn ein Feuilletonist?

HERBIG: Ik kan het niet beschrijven. Aber wenn ich einen hereinkommen sehe, weiß ich, was jetzt kommt. Und das finde ich auch lustig. Het mooie is ja, de Leuten den Spiegel kan gebruikt worden. De spiegel! Schones Wortspiel. Das müssen Sie aufschreiben.

Kuzmany: Heeft u ook alle Klischees unserer selbst?

HERBIG: En dat is mijn vriend. Wir haben vor Jahren bei uns in der Produktionsfirma ein kleines Spiel gehabt, montags haben wir uns immer gegenseitig nachgeahmt. Man dann plötzlich merkt dat: Oh ja, stimmt, ich habe diese Macke. Ich liebe es, Leute zu beobchten, sie zu ertappen en sie dadurch zu unterhalten, valleicht sogar in Verlegenheit zu bringen. Und bei »Tausend Zeilen« hatte ich durch die Relevanz auch noch einen Stoff, bei dem ich davon ausgehe, dass er die Leute sehr interessiert.

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